Hitzefalle Auto – tödlich für Hunde

 

Es passiert leider immer noch sehr oft, das Hunde im Auto gelassen werden, obwohl schon ein paar Minuten im überhitzten Auto für den Vierbeiner tödlich sein können (Hunde sind sehr hitzeempfindlich, da sie ihre Körpertemperatur über ihre Atmung regulieren).  Viele Hundehalter wissen nicht, das sich ein Auto bei 20 Grad Außentemperatur und sogar an bewölkten Tagen auf bis zu 46 Grad im Wageninneren aufheizen kann. Steigt die Außentemperatur auf 40 Grad an, wird es im Auto über 70 Grad heiß. Es reicht auch nicht, den Wagen in den Schatten zu stellen, denn die Sonne ändert ihren Stand und somit kann der Wagen binnen Minuten in der prallen Sonne stehen.

Hitzefalle Auto Tabelle

Was kann ich tun, wenn ich einen Hund in so einer Notsituation vorfinde? So verhaltet ihr euch rechtskonform:

  1. Prüfen, ob man den Hundehalter schnell ausfindig machen kann: – in nahe gelegenen Läden Ausschau halten und Autonummer ausrufen lassen – an nahe gelegenen Wohnhäusern klingeln – Passanten ansprechen!
  2. Ist der Besitzer nicht aufzufinden oder schnell genug zu ermitteln, dann alarmiert die Polizei

Nachdem ihr den Notruf getätigt habt und sich der Hund in einer lebensgefährlichen Lage befindet, in der ihr nicht mehr auf die Polizei warten könnt, dann dürft ihr den Hund selbst befreien.

  • prüft, ob vielleicht eine Türe geöffnet ist
  • versucht die Türe durch einen geöffneten Fensterschlitz zu öffnen
  • wenn sich nichts öffnen lässt, dann ist es erlaubt ein Fenster einzuschlagen. Nehmt dazu bitte ein Seitenfenster, damit der Schaden so gering wie möglich bleibt

Ganz wichtig! Dokumentiert die ganze Situation:

  • Passanten als Zeugen ansprechen und Anschrift notieren
  • Fotos machen (wenn es die Zeit zulässt)
  • kurzen Video-Clip drehen (wenn es die Zeit zulässt), der die Situation schildert
  • dann Scheibe einschlagen und Hund befreien!

Erste Hilfe beim Hund:

  • Hund in den Schatten bringen
  • Wasser anbieten

Ist der Hund bewusstlos:

  • Rachenraum mit Wasser befeuchten
  • Seitenlage
  • Körper mit feuchten Tüchern kühlen, angefangen bei den Beinen, später auf den Körper legen – austauschen sobald sie aufgeheizt sind
  • sind keine feuchten Tücher zur Hand, dann kalte Gegenstände vorsichtig an den Körper halten und damit versuchen zu kühlen – Tierrettung verständigen

 

Rechtslage in Deutschland (Einschlagen einer Autofensterscheibe):

Die Rettung eines Tieres ist inzwischen rechtlich auch so geregelt, das man nicht belangt werden kann. Man muss nur die wichtigsten Regeln beachten.

  • Das Einschlagen einer Fensterscheiben eines fremden Autos ist Sachbeschädigung nach § 303 StGB (Strafgesetzbuch) und kann nach § 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) zivilrechtlich geahndet werden  – dem stehen zwei Gesetze gegenüber, die das Einschlagen des Fensters rechtfertigen:
  1. Gesetzesauszug des § 34 StGB :

 „Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.“

  1. Gesetzesauszug des § 228 BGB (Zivilrecht):

„Wer eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, um eine durch sie drohende Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht widerrechtlich, wenn die Beschädigung oder die Zerstörung zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist und der Schaden nicht außer Verhältnis zu der Gefahr steht. Hat der Handelnde die Gefahr verschuldet, so ist er zum Schadensersatz verpflichtet.“

Auf den Halter des Tieres kommt ein Strafverfahren wegen des Tatbestandes der Tierquälerei zu:

  1. Gesetzesauszug des § 17 TierSchG (Tierquälerei):

„Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder 2. einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“.

Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, müsst ihr jedoch beweisen, dass eine Notsituation vorlag und es keine anderen einfacheren Mittel gab, als die Fensterscheibe einzuschlagen um den Hund zu retten.

 

Dies gilt genauso in Österreich und der Schweiz, da die rechtliche Situation ähnlich ist wie in Deutschland. Auch dort gibt es Tierschutzgesetze und die Notstandsregelung, die auch die Tierrettung mit einschließt.

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