Giardien beim Hund

Was sind Giardien?

Giardien sind mikroskopisch kleine einzellige Dünndarmparasiten (Innere-endogene-Parasiten) die überall auf der Welt vorkommen. Sie setzen sich in der Darmschleimhaut fest, wo sie sich millionenfach vermehren. Sie verbreiten sich in dem sich zwei Parasiten als Paar, in einer Umhüllung (Zysten) mit dem Kot ausscheiden lassen. Diese Zysten können unter bestimmten Bedingungen monatelang außerhalb des Wirts überleben. Giardien fühlen sich im Wasser sehr wohl. Leider kann Chlor oder UV-Strahlung sie nicht vollkommen abtöten.

 

                                   

 

Wo kann sich der Hund mit Giardien infizieren?

Der Hund kann sich bei der Aufnahme von infiziertem Wasser, Kot oder Nahrung anstecken. Hunde können sich auch gegenseitig anstecken, wenn sie sich über die Schnauze lecken.

Welche Arten von Giardien-Infektionen gibt es?

Beim Hund sind es meistens die beiden Arten Giardia duodenalia oder Giardia intestinalis (die auch beim Menschen häufig vorkommen). Hier findet man bei Hunden den Genotyp D und C. Der Genotyp A, der für die Giardien-Infektion beim Menschen verantwortlich ist, kommt aber auch bei Hunden vor, somit besteht die Gefahr der Zoonose (Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheit). Insgesamt sind 41 Arten von Giardien bekannt. Außerdem wurde festgestellt, dass immunstarke Tiere, nach der Infektion, lebenslang immun sein können und sie sich dadurch nicht erneut mit dem Erreger infizieren.

Symptome Giardien-Infektion beim Hund

Bei einigen Hunden verläuft die Infektion symptomlos, sie sind aber trotzdem infiziert und scheiden Giardien-Zysten aus, das macht diese Infektion so heimtückisch. Junge Hund sowie anderweitig geschwächte Hunde zeigen dagegen Symptome, wie:

– blutig-schleimigen Durchfall

– Bauchkrämpfe

– Erbrechen

– Welpen magern schnell ab; sie zeigen bei länger andauernder Infektion Wachstumsstörungen und einen schlechten Allgemeinzustand

Andere Infektionen in der Darmregionen werden durch die Giardien begünstigt und schwächen manche Hunde dadurch sehr. Hier kommt es zu folgenden Symptomen:

– mattes Fell

– Hautentzündungen

– Kot ist oft hell bis gelblich gefärbt

– Kot riecht ranzig bis fettig, starker Fäulnisgeruch

– sehr starke Blähungen und Bauchschmerzen (verkrampfte Muskulatur im Bauchraum)

Oftmals lassen die Symptome wieder nach und der Hundehalter vermutet für den Durchfall eine andere Ursache, was sehr problematisch ist. Durch das lange Unerkannt bleiben der Infektion können sich die Giardien noch stärker im Darm einnisten. Der infizierte Hund kann ständig andere Tiere anstecken. Vorsicht ist geboten, wenn der Hund einen normalen bis gesteigerten Appetit hat aber trotz guter Futteraufnahme abnimmt. Für Hundehalter und Laien ist es schwierig die Krankheit zu erkennen. Es wurde aber festgestellt, wenn der Hund Kohlehydrate aufnimmt, dann treten die klinischen Symptome stärker hervor und somit hat der Halter einen Hinweis, dass der Hund mit Giardien infiziert sein könnte. Anhaltender oder immer wiederkehrender Durchfall sowie Erbrechen ohne ersichtlichen Grund, über längere Zeit mit normalem Appetit, sollte für jeden Hundehalter ein Alarmsignal sein und er sollte zum Tierarzt gehen.

Diagnose der Giardien-Infektion beim Hund

Die Diagnose kann nur durch eine Labor-Testreihe vom Tierarzt festgestellt werden (bei eingeleiteter Antibiotikabehandlung kann es oft zu Falsch-Negativ-Ergebnissen kommen)

– Elisa-Test

– andere Schnelltest

– Kotproben von mehreren Tagen, da nicht immer Zysten mit ausgeschieden werden

– Darmspiegelung mit Entnahme und Analyse von Darmflüssigkeit

– Koproantigen-Test – gilt als der zuverlässigste Test

– spezifischer DNA-Test – zeigt spezifisches Protein der Erreger auf

Die Behandlung von Giardien-Infektionen beim Hund

Giardien sind sehr hartnäckige Parasiten, deshalb müssen strenge Hygieneregeln in der Tierumgebung eingehalten werden. Vor allem wenn mehrere Tiere, Kleinkinder oder Katzen im Haushalt leben. Die Erreger können durch Lecken von Hautstellen und Gegenständen übertragen werden (Parasiten sind einige Zeit außerhalb des Wirts überlebensfähig). Es ist dringend notwendig sich an die Hygieneempfehlungen zu halten.

Schulmedizinische Behandlung

– verschiedene Antiparasitika (Antibiotika)

– Metronidazol – Schädigung der gesunden Darmflora

– Fenbendazol (Wurmmittel) – Panacur (etwas schonenderes Medikament für die Damflora)

– Febantel

– seltener Albendazol

Leider kommt es nicht selten zu einem Therapieversagen, wobei man kaum feststellen kann ob die Antibiotika nicht wirken oder die Hygienemaßnahmen nicht ausreichend waren. Einige Antibiotika (siehe oben) schädigen die gesunde Darmflora des Hundes. Meist wird eine Kombination aus Panacur und Metronidazol angewandt. Bei Lebervorschäden ist bei der Einnahme von Metronidazol Vorsicht geboten, da es vollständig über die Leber abgebaut wird. Das gleiche gilt auch bei Nierenproblemen.

Hygiene bei einer Giardien-Infektion beim Hund

  1. Näpfe, Auslaufflächen, Spielzeug, Ruheplätze, täglich mit mindestens 60° Grad Heißdampf gründlich behandeln oder möglichst heiß abwaschen – danach gut trocknen, Giardien lieben feucht-kalte Milieus
  2. Hundekot unverzüglich aus Garten, Zwinger oder wo immer er anfällt entfernen und in verschlossenen Plastiksäcken im Hausmüll entsorgen
  3. Alle Flächen auf denen sich der Hund aufhält müssen mit dem Heißdampf oder geeigneten Desinfektionsmitteln behandelt werden
  4. Tägliches einshampoonieren, besonders die Afterregion – sehr wichtig bei Langhaar-Hunden. Die Zysten der Giardien halten sich auch im Fell der Tiere
  5.  Futter nie stehen lassen (Fliegen übertragen Giardien), Wassernäpfe vor den Fliegen schützen
  6. Abgestandenes Wasser, wie Eimer, länger stehende Pfützen und Tümpel unzugänglich machen oder diese entsorgen
  7. Katzentoiletten müssen ebenso täglich komplett gewechselt und desinfiziert werden (Katzen und Menschen können sich auch mit Giardien anstecken)
  8. Kleinkinder sollten vor dem Belecken geschützt werden; sie sollen außerdem keine Gegenstände in den Mund nehmen, die in der Nähe des infizierten Hundes liegen
  9. Buddel und Sandkisten der Kinder – während der Infektion hundesicher machen

Einsatz Homöopathischer Mittel bei einer Giardien-Infektion (nur in Verbindung mit schulmedizinischen Maßnahmen)

Bei homöopathischen Mitteln  empfiehlt es sich, diese in der Potenz C200 zu verabreichen. Entweder als Globuli, Tabletten (einmal wöchentlich) oder als Injektion durch einen Tierheilpraktiker. Ist die Infektion sehr hartnäckig, kann auch mit Begleitung eines Therapeuten eine weitaus höhere Potenz (LM Potenzen) eingesetzt werden.

Begleitsymptome wie Durchfall kann man mit den dafür vorgesehenen Mitteln unterstützend entgegenwirken (Akutdosierung – 1 Gabe-stündlich):

Calcium carbonicum D200

Cina D4

Flor de piedra C30–C200 – bei Leberbeschwerden und Abmagerung

 

Pflanzliche Mittel gegen Giardien

Das Rezept der Kräuterbuttermilch:

1/4 Liter Buttermilch (oder Kefir) mit

– 2 EL Oregano
– 2 EL Majoran
– 2 EL Thymian

vermengen und lange ziehen lassen.

3 mal täglich 1 bis 2 EL über das Futter geben, bis der Durchfall verschwunden ist. Anschließend reichen 1 bis 2 EL täglich. Diese Kur sollte in den nächsten 3 Wochen durchgeführt werden.

Die Kräuterbuttermilch hat sich bei vielen Hunden und Katzen mit Giardienbefall bewährt! Die Akzeptanz ist groß, es sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Quelle: Internet

Ernährung bei einer Giardien-Infektion

Die Ernährung sollte kohlehydratarm und ohne Milch sein. Nach überstandener Infektion braucht der Hund Aufbaukost für den Darm, diese kann zusätzlich mit Kräutern, Gemüse und Obst angereichert werden, z.B. mit Äpfel, Wirsing, Preiselbeeren, Brokkoli, Petersilie, Nüsse, Beeren, Sellerie, Melisse, Salbei, Minze. Pansen und Blättermagen sind ebenfalls unterstützend für die Darmflora. Mit Kohlehydrate sollte man immer noch vorsichtig sein, weil sie noch längere Zeit problematisch sein können.

Hier noch einige Kräuter die bei Giardien wirksam sind:

Schwarz Walnuß (Juglans nigra)

Nelken (Caryophyllus aromaticus)

Wohlriechender Gänsefuss (Chenopodium ambrosioides)

Knoblauch (Allium sativum)

Wermut (Artemisia absinthum)

Wilder Thymian (Thymus serpyllum)

Thymian (Thymus vulgaris)

Oregano (Origanum vulgare)

Kanadische Gelbwurz (Hydrastis Canadensis)

Einjähriger Beifuss (Artemisia annua)

Vorbeugung einer Infektion

-gute Hygiene und im Fall einer Infektion spezielle Hygiene, wie oben beschrieben

Folgen einer Giardien-Infektion

-für Welpen kann die unbehandelte Infektion lebensbedrohlich sein (Auszehrung)

-für ältere Tiere ist sie belastend und schmerzhaft

Vorsicht ist geboten, wenn das Tier keine Symptome zeigt, es ist trotzdem hochansteckend und die Zoonose-Gefahr ist sehr hoch. Bitte immer auf sorgfältige Hygienemaßnahmen achten, da es böse Folgen für die ganze Familie haben kann. Eines brauchen sie bei dieser Infektionskrankheit ganz sicher: Disziplin und viel Geduld.

 

 

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